Mind & Body: Wie unser Gehirn die Gesundheit beeinflusst

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3 Gedanken zu “Mind & Body: Wie unser Gehirn die Gesundheit beeinflusst

  1. 18 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
    5.0 von 5 Sternen
    Den Körper über den Geist heilen … oder umgekehrt?, 16. August 2010
    Rezension bezieht sich auf: Mind & Body: Wie unser Gehirn die Gesundheit beeinflusst (Taschenbuch)

    Johann Caspar Rüegg erklärt zunächst die Funktionen und den Aufbau des Gehirns, bevor er zu den Fragen der biologisch fundierten Psychosomatik übergeht.
    Er kommt in den Essays zu der Erkenntnis, dass frühkindliche Traumata, Worte und Gedanken tiefe Spuren im Gehirn einbrennen und sogar die Gene nachhaltig verändern. Damit steigt das Risiko von späteren psychosomatischen Erkrankungen wie Depressionen signifikant. Die gute Nachricht, die der Autor vermittelt, lautet: diese Spuren können auch wieder überschrieben und verändert werden. Worte und Gedanken beseitigen Schmerzen und Krankheiten. Über eine Körperhaltung oder Mimik lassen sich Gefühle beeinflussen. Meditation und Achtsamkeitsübungen verändern das Gehirn und stärken das Immunsystem. Genutzt werden diese Kenntnisse in der Praxis schon seit langem – zunehmend wird die Wirksamkeit nun wissenschaftlich untermauert.

    Zahlreiche Beispiele untermauern die aufgestellten Thesen. Alle Essays wecken durchweg das Interesse des Lesers und verstehen es, über den reinen Informationswert hinaus gut zu unterhalten. Und das trotz zahlreicher medizinischer Fachbegriffe und dem umfangreichem Hintergrundwissen, das vermittelt wird. Sie lesen sich leicht und flüssig und sind auch für Nicht-Mediziner gut verständlich. Zitate aus Literatur und Philosophie lockern den Text auf. Etliche schwarzweiße Grafiken und Zeichnungen verdeutlichen das Gesagte. Sie zeigen den Aufbau des Gehirns, den Zusammenhang von Worten, Gedanken und Gedächtnisfunktionen oder den Ablauf eines Experimentes. Aus immer wieder neuen Blickrichtungen nähert sich der Autor dem Thema. Er belegt Fakten und Gedankengänge durchweg mit Quellen und ein mehrseitiges Literaturverzeichnis ergänzt jeden Beitrag. Dies sorgt für Glaubwürdigkeit.

    Johann Caspar Rüegg gelingt es überzeugend, die Zusammenhänge zwischen Körper, Gehirn und Gefühlen darzustellen und die Wechselwirkung zu belegen. Offen bleibt dabei die Frage, wie dies in Zeiten knapper Ressourcen in die Praxis umgesetzt werden kann. Sei es ein niedriges Krankenkassen- oder Klinikbudget oder die begrenzte Zeit von Ärzten und Klinikpersonal, die für die Behandlung einzelner Patienten zur Verfügung steht. Zeitintensive, längere Gespräche mit Patienten, um kognitive Techniken und Achtsamkeitsübungen zu vermitteln und zu üben, sind da meist nicht drin. Bleibt also zunächst die Selbsthilfe – Einbauen von Achtsamkeitsübungen in den Alltag oder das Trainieren von positivem Denken. Dies wird ja auch in der psychologischen und Coaching-Literatur allenthalben vorgeschlagen.

    Wer noch mehr zu dem Thema lesen möchte, dem sei das Buch ”Gehirn, Psyche und Körper. Neurobiologie von Psychosomatik und Psychotherapie” vom gleichen Autor empfohlen, welches bereits in vierter Auflage beim gleichen Verlag erschienen ist.

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  2. 8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
    4.0 von 5 Sternen
    Fundierte Darstellung der psychosomatischen Zusammenhänge, 8. Januar 2011
    Rezension bezieht sich auf: Mind & Body: Wie unser Gehirn die Gesundheit beeinflusst (Taschenbuch)

    Die Erhaltung unserer Gesundheit ist oft eine mentale Sache: Wenn es der Seele schlecht geht, geht es dem Körper ebenfalls nicht gut und Krankheiten können sich leichter entwickeln. Die Wechselwirkungen zwischen mind-dem Geist und body-dem Körper sind es, die besonders für die psychosomatische Medizin interessant sind. In 10 Kapiteln, die wie Aufsätze erscheinen, aber in einem engen Zusammenhang stehen erläutert der Autor die Zusammenhänge in der Psychosomatik, das heißt, warum wir krank werden, wenn wir Probleme haben. Zunächst gestattet er uns einen Blick ins Gehirn und erläutert, wie der Geist das Gehirn prägt. Kurz gesagt: unsere Gedanken bilden Verbindungen im Gehirn, die sich bei Wiederholung verfestigen und die gleiche Spur bei Wiederholung laufen. In etwas wissenschaftlicher Sprache, aber sehr fundiert, wird der Leser darin eingeführt, wie Emotionen uns auch körperlich bewegen, nicht nur die Gesichtsmuskeln, sondern auch den ganzen Körper. Wie frühkindliche Erfahrungen die Gesundheit beeinflussen und man Schmerz mental beeinflussen kann, wird in den folgenden Texten besprochen und gibt einige Gedankenanstöße zu eigenem Verhalten. So haben im 2. Weltkrieg Soldaten mit starken Schmerzen Lösungen verabreicht bekommen, die eigentlich wirkungslos waren, aber dennoch ihren schmerzstillenden Effekt entfalteten, den uns bekannten Placebo-Effekt.
    Allgemein bekannt ist, wie sehr sich Gefühle auf Organe und hier besonders auf das Herz auswirken können. Dies wird anhand von eindrucksvollen Beispielen untermauert. Insofern ist es daher angemessen, nicht nur das Organ, hier das Herz zu behandeln, sondern sich auch die emotionale Situation des Menschen (oder bei sich selbst) zu betrachten.
    Ein weiteres Kapitel führt in den Bereich der Angst, die sich im Gehirn einspuren kann und daher auch losgelöst vom ursprünglichen Ereignis davon galoppieren kann. Insofern kann eine Kombination aus Medikamenten und Psychotherapie die Angst mildern.

    Der Autor geht im weiteren Kapitel auf Stress und die Resilienz ein. Das heißt: nicht jeder, der traumatisiert wurde, entwickelt eine Störung, es gibt Menschen, die ihre Ängste verarbeiten und damit stressresilenter als andere sind.
    Optimismus tut gut: hier wird dargelegt, wie sehr gute Laune bzw. ein positives Grundgefühl die Immunabwehr in Gang bringen kann.

    Die jeweiligen Kapitel sind mit ausführlichen Literaturhinweisen unterlegt und eignet sich für wissenschaftlich interessierte Leser, die sich schon immer mal mit den Zusammenhängen zwischen Körper und Geist auseinandersetzen wollen.

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  3. 9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
    4.0 von 5 Sternen
    Neuropsychophysiologie kurz gefasst, 27. Juli 2010
    Rezension bezieht sich auf: Mind & Body: Wie unser Gehirn die Gesundheit beeinflusst (Taschenbuch)

    Der Philosoph Johann Caspar Rüegg versucht in diesem Buch einen Überblick über die vielfältigen Verquickungen von Körper und Geist zu geben. Er beruft sich dabei auf viele namhafte Natur- und Geisteswissenschaftler. An dieser Stelle sei nur Eric Kandel genannt, der die berühmten Experimente zu willkürlicher Bewegung und deren vorzeitigem Rindenpotential durchgeführt hat.

    Tatsächlich wird ein kurzer Streifzug durch die komplexen und längst noch nicht verstandenen Untiefen zwischen neuronaler Repräsentation und beobachtbaren Verhalten unternommen. Leider muss man ein wenig neurophilosophisches Vorwissen mitbringen, sonst wird man an der einen oder anderen Stelle von Rüeggs Ausführungen überfordert.

    Der für mich interessanteste – und wohl auch aktuell wichtigste – Teil ist die Funktion der Neuronen bei Phobien und traumatischen Ereignissen. Es wird der Versuch unternommen, solche bisher als rein geistig wahrgenommene Phänomene mit ihren körperlichen Strukturen zu erklären. Z.B. anhand der Frage, ob man traumatisierende Ereignisse auch wieder “vergessen” kann oder ob dieser Prozess vielleicht sogar mit Hilfe von Pharmazeutika beeinflussbar ist.

    Fazit: Man muss sich auf die neurophilosophische Sichtweise einlassen und ein mäßiges Grundwissen in Sachen funktioneller Neuroanatomie mitbringen (Wofür war nochmal der Hippocampus gut? – ach ja…Gedächtnis!) dann hat man an dieser kurzweiligen Abhandlung seinen Spass. Mit dem gängigen schulmedizinischen Ansichten sind nicht alle Aussagen von Rüegg zu erklären.

    Ich ganz persönlich hatte zwei nette Nachmittage in den Semesterferien…aber ich mag auch das Thema.

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